Skoliose Therapie
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Skoliose-Therapie
Die Therapie der Skoliose wird individuell angepasst – abhängig vom Alter, Wachstumsstatus und dem Krümmungsgrad der Wirbelsäule. Ziel ist es, ein Fortschreiten der Verformung zu verhindern, Schmerzen zu lindern und die Funktionalität zu erhalten.
Bei leichter Skoliose (unter 10 Grad Cobb-Winkel) sind regelmäßige Untersuchungen wichtig, jedoch meist keine aktive Therapie erforderlich. Ab einem Winkel zwischen 10 und 20 Grad können physiotherapeutische Übungen ausreichen. Sie zielen auf die Stabilisierung der Rückenmuskulatur ab und fördern eine aktive Aufrichtung der Wirbelsäule sowie muskuläre Koordination.
Bei Krümmungen von etwa 20 bis 45 Grad wird häufig zusätzlich ein individuell angepasstes Korsett eingesetzt. Es unterstützt die Wirbelsäulenentwicklung im Wachstum und ist oft rund um die Uhr zu tragen, teilweise über mehrere Jahre. Parallel dazu bleibt Physiotherapie ein zentraler Bestandteil der Behandlung.
Wenn die Krümmung stärker ist (meist ab 40 bis 50 Grad), oder bei rascher Verschlechterung, wird über eine operative Korrektur nachgedacht. Dabei werden meist Implantate wie Schrauben und Stäbe eingesetzt, um die Wirbelsäule zu stabilisieren und zu begradigen. Nach dem Eingriff folgt eine intensive Rehabilitation mit Physiotherapie.
Zu den konservativen, nicht-operativen Ansätzen zählt auch die Schroth-Therapie – ein individuell abgestimmtes Übungsprogramm mit Atemtechniken und gezielter Haltungsschulung. Die Patienten lernen, korrekte Bewegungsmuster in den Alltag zu integrieren und so langfristig einen stabilen Rücken zu entwickeln.
Bei ausgewählten Patienten kommt ein modernes Verfahren namens „Vertebral Body Tethering“ (dynamische Skoliosekorrektur) zum Einsatz. Dabei wird ein flexibles Band seitlich an der Wirbelsäule angebracht, das die Krümmung korrigiert, zugleich aber Beweglichkeit erhalten bleibt. Dieses Verfahren ist eine Alternative zur starren Versteifung und lässt sich besonders bei noch wachsenden Jugendlichen einsetzen.
Aktive Teilnahme und Motivation der Patient:innen sind entscheidend für den Therapieerfolg – ebenso die kontinuierliche Zusammenarbeit im Behandlerteam (Ärzt:innen, Physiotherapeut:innen, Orthopädietechniker:innen). Nur so lässt sich eine bestmögliche Wiederherstellung der Funktionalität und eine Steigerung der Lebensqualität erreichen.