Klassische Massagetherapie
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Klassische Massagetherapie (KMT): Definition, Techniken & Wirkung
Was ist klassische Massagetherapie?
Die klassische Massagetherapie — auch „Schwedische Massage“ genannt — ist eine der ältesten und am häufigsten angewendeten manuellen Therapieformen in der Physiotherapie und Heilpraxis
Sie wird von medizinisch geschulten Fachkräften wie Masseuren, medizinischen Bademeistern oder Physiotherapeuten durchgeführt und gilt im deutschen Heilmittelkatalog als anerkanntes Heilmittel
Technik: Die fünf Grundgriffe
Die Therapy basiert auf fünf klassischen Grifftechniken, um Muskeln, Faszien und Gewebe gezielt zu behandeln
1. Effleurage (Streichung): Sanfte, gleitende Bewegungen entlang der Muskelfasern – v.a. zu Beginn und am Ende der Behandlung.
2. Petrissage (Knetung): Tieferes Drücken, Rollen oder Walken, um Verspannungen zu lösen und die Durchblutung zu fördern.
3. Friktion (Reibung): Lokale Kreisbewegungen mit Fingerspitzen oder Handballen – ideal bei Verklebungen und Muskelhärten.
4. Tapotement (Klopfung): Leichtes Klopfen oder Schlagen, regt Tiefenmuskulatur und Reflex-Aktivität an.
5. Vibration: Feine Schüttelbewegungen, die vor allem zur Lockerung und Beruhigung tiefer Gewebeschichten dienen.
Diese Griffabfolge folgt einem therapeutischen Ablauf und kann durch Varianten wie Zirkelung, Dehnung oder Triggerpunktdruck ergänzt werden
Wirkmechanismen und Effekte
Die klassische Massage bewirkt:
- Lockerung verspannter Muskulatur und Bindegewebe
- Anregung des Blut‑ und Lymphflusses zur besseren Versorgung und Entgiftung
- Schmerzlinderung via Gate-Control‑Effekt: Mechanorezeptoren überlagern die Schmerzreize
- Stressabbau und Förderung psychischer Entspannung, unter anderem durch hormonelle Effekte wie erhöhte Endorphine bzw. gesenkter Cortisolspiegel
- Segmentreflexe: Einfluss auf innere Organe über Reflexbögen, z. B. bei neuralgischen Beschwerden oder psychosomatischen Symptomen
Indikationen & Einsatzbereiche
KMT wird eingesetzt bei:
- Muskelverspannungen und -verhärtungen (z. B. Rücken, Nacken, Schulter)
- Wirbelsäulen-Syndromen und Gelenkbeschwerden
- Psychosomatischen Symptomen wie Stress, Schlafstörungen und Angstzuständen
- Posttraumatischer Rehabilitation (z. B. nach OP oder Verletzung)
- Lymph‑ oder Ödembildung sowie zur Unterstützung von Heilungsprozessen
Auch bei neurologischen Beschwerden wie Spastik, Paresen oder Neuralgien kann KMT therapeutisch sinnvoll sein.
Risiken & Kontraindikationen
- Anamnese & Befund: Erhebung aktueller Beschwerden, Krankengeschichte und Ziel der Behandlung.
- Lagerung & Vorbereitung: Patient liegt bequem, ggf. mit Öl oder Creme für Gleitwirkung.
- Massageablauf: Modulation der Grifftechniken passend zum Therapieziel.
- Nachbereitung: Trinkempfehlung, Ruhephase und evtl. ergänzende Maßnahmen wie Wärmetherapie oder Sportempfehlungen
Fazit
Die klassische Massagetherapie ist eine bewährte, vielseitige Methode zur Behandlung von körperlichen Verspannungen, Schmerzen und Stress. Durch gezielte manuelle Techniken wirkt sie sowohl lokal auf das Gewebe als auch reflektorisch über den gesamten Organismus. Bei fachgerechter Anwendung und unter Beachtung medizinischer Kontraindikationen bietet sie eine sichere und effektive Ergänzung zu rehabilitativen und präventiven Therapieplänen